English Español Português Français Deutsch Kreyòl

 

Call for Papers

Association for the Study of the Worldwide African Diaspora
10th Biennial Conference
The College of William & Mary
Williamsburg, Virginia

 

Erinnerung, Erneuerung, Revolution:
Die Bedeutung von Freiheit in der afrikanischen Welt durch Raum und Zeit

5.–9. November 2019

2019 jähren sich zum 400. Mal die Anfänge der Sklaverei dort, wo später die Vereinigten Staaten entstehen sollten, und zwar mit der Ankunft von etwa 20 Afrikaner*innen im heutigen Jamestown, Virginia im August 1619. Die in englischen Aufzeichnungen als „um die zwanzig“ Schwarze beschriebenen gefangenen Afrikaner*innen aus West-Zentralafrika spiegelten das zunehmende Ausmaß des transatlantischen Sklavenhandels wieder, die weltweit umfangreichste Zwangsmigration, die Afrika, Europa, die Amerikas, die Karibik und Asien miteinander verband. Dieses globale System von Migration, Versklavung und Unterdrückung war für die Schaffung der modernen Welt entscheidend. In der gesamten Schwarzen Welt führte die Emanzipation Versklavter Menschen leider nicht zu deren vollständiger Freiheit. Außerdem hatte die jahrzehntelange weltweite europäische Kolonialherrschaft insbesondere auf dem afrikanischen Kontinent eine weitere Benachteiligung von Menschen afrikanischer Herkunft in der globalen politischen Ökonomie zur Folge, die sich bis heute auswirkt.

Der afrikanische Kontinent ist die Wiege der Menschheit und aufgrund vielfältiger Umstände migrierten Menschen afrikanischer Herkunft bis in jeden Winkel der Erde. Kennzeichnend für die zahlreichen afrikanischen Diasporas sind eine Vielzahl von Faktoren, u.a.: (un)freiwillige Migration, Knechtschaft, Handel, militärische/imperiale Ziele, sowie kulturelle, akademische und berufliche Bestrebungen. Dieses umfassendere Verständnis bietet neue Möglichkeiten, um den komplexen Geschichten und kreativen Kulturen der vielen afrikanischen Diasporas der heutigen Zeit wirklich gerecht zu werden. Auch wenn zwischen und innerhalb moderner afrikanischer Diasporas überall auf der Welt große Unterschiede bestehen, gibt es weitreichende Gemeinsamkeiten in Bezug auf Marginalisierung, Exklusion und materielle Armut von Menschen afrikanischer Herkunft in ihren jeweiligen Gesellschaften. In der heutigen Zeit erleben wir ein Wiederaufkeimen von offenem Rassismus, Xenophobie, Frauenfeindlichkeit, Homophobie und anderen Formen von Intoleranz, die sich gegen Menschen afrikanischer Herkunft und andere Communities richten, die rassifiziert und als „Andere“ konstruiert werden. Doch ungeachtet vergangener und aktueller Gräuel haben Menschen afrikanischer Herkunft überall auf der Welt überlebt und konnten sich entfalten, sie erinnern sich an ihre Geschichte(n) und entwerfen ihre Zukünfte neu, um in der modernen Welt Erneuerung, Freiheit und Revolution zu erreichen und weiterhin zu erstreben.

Zur zehnten zweijährlichen ASWAD-Konferenz, die vom 5.-9. November in Williamsburg, Virginia (USA) auf dem Campus des College of William and Mary stattfindet, bittet ASWAD um die Einreichung von Konferenzbeiträgen – Podiumsvorträge ebenso wie Einzelvorträge –, anhand derer die Vermächtnisse von Versklavung und die Bedeutung(en) von Freiheit für Menschen afrikanischer Herkunft auf nationaler und globaler Ebene anlässlich des 400. Jahrestages der Anfänge der Sklaverei in den heutigen Vereinigten Staaten diskutiert, untersucht und reflektiert werden können.

Wir wünschen uns außerdem Beiträge, die sich mit den vielen anderen Diasporas auseinandersetzen, die in Afrika ihren Anfang nahmen (und fortdauern) und in Europa, Asien, im Nahen Osten, Süd- und Zentralamerika, in der Karibik, dem Pazifischen Raum und dem Gebiet rund um den Indischen Ozean weiter wachsen. Unser besonderes Interesse gilt dabei Podien und Vorträgen zu den Konferenzthemen Erinnerung, Erneuerung und Revolution in den vielen afrikanischen Diasporas durch Raum und Zeit. Wir begrüßen jedoch alle Vorträge unabhängig von Zeitraum und Thema, wenn sie einen Bezug zur Forschung im Kontext Menschen afrikanischer Herkunft haben.

Als interdisziplinäre Organisation lädt ASWAD Wissenschaftler*innen aller Disziplinen, u.a. aus den Geisteswissenschaften, Sozialwissenschaften, darstellenden Künsten, Erziehungswissenschaften, Naturwissenschaften, Medizin- und Gesundheitswissenschaften, aus dem Ingenieurwesen und der Informatik ein, Vorträge einzureichen, die das Leben von Afrikaner*innen und Menschen afrikanischer Herkunft beleuchten. Wir wollen in einem nachhaltigen Dialog mit aktivistischen und intellektuellen Communities zusammenarbeiten und uns mit der Schwarzen Diaspora und der Bedeutung von Freiheit durch Zeit und Raum sowie den historischen und zeitgenössischen Vermächtnissen der Sklaverei auseinandersetzen.

Neben Wissenschaftler*innen freut sich ASWAD über Künstler*innen, Aktivist*innen, Journalist*innen und unabhängige Forscher*innen deren spezifisches Interesse einer oder mehreren der vielen afrikanischen Diasporas gilt. Uns liegt besonders viel daran, die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftler*innen, unabhängigen Forscher*innen und Community-Mitgliedern zu stärken.

Wir regen die Einreichung von Vorschlägen an, die auf das Konferenzthema ausgerichtet sind. Für die Podien gibt es folgende Themenvorschläge, wobei sich die Liste noch erweitern lässt:

  1. Sklaverei, Abschaffung der Sklaverei und Reparationen
  2. Freiheit, Widerstand und Revolution
  3. UN-Dekade für Menschen afrikanischer Herkunft, 2015-2024
  4. Bedeutung der Erinnerung an das Jahr 1619
  5. Humanitarismus und Menschenrechte in der gesamten afrikanischen Welt
  6. Diasporische Feminismen, Frauen, Mädchen und das globale Afrika
  7. Politische Ökonomie, Globalisierung, Migration und die afrikanische Diaspora
  8. Religion, Macht und Praxis in der afrikanischen Diaspora
  9. Musik, Performance und kultureller Aktivismus in Afrika und der Schwarzen Welt
  10. Familien, Community und die Schwarze Welt
  11. Der Staat, Staatsbürgerschaft und die Zivilgesellschaft
  12. Black Lives Matter, Reaja ou Será Morta, Reaja ou Será Morto [Reagiere oder stirb]; Masseninhaftierung, Staatsgewalt und Widerstand in der gesamten afrikanischen Welt
  13. Schwarze queere Diasporas und Schwarze LGBTQ-Menschen
  14. White Power [Neonazi-Strömungen], Rassismus, Xenophobie und die Schwarze Welt von heute
  15. Die Chesapeake und die afrikanische Diaspora
  16. Ernährung, Gesundheit, Wellness und das globale Afrika
  17. Umwelt, Klimawandel, Nachhaltigkeit und die afrikanische Welt
  18. Medien, Darstellungen und Schwarze Menschen
  19. Literatur und die Übersetzung der afrikanischen Diaspora und Schwarzer Identitäten
  20. Social Media, elektronische Kommunikationsformen, digitale Mobilität und technische Vernetzung
  21. Diasporische Communities im Asien-Pazifik-Raum: China, Indien, Japan usw.
  22. Sport und Schwarze Sportler*innen
  23. Zeitlichkeit, Erinnerung und die afrikanische Diaspora
  24. Pädagogik, Hochschulbildung, Community und Aktivismus
  25. Arbeiter*innenbewegungen auf lokaler und transnationaler Ebene
  26. Schwarzes Europa
  27. Geografien, Räume und Orte
  28. Afrikanische diasporische Zukünfte: Herausforderungen und Möglichkeiten
  29. Diasporas vor dem transatlantischen Sklavenhandel
  30. Diasporische Communities im Nahen Osten
  31. Auf Handels-, Arbeits- und Wirtschaftsmigration gründende Diasporas
  32. Berufs-/Bildungs-Diasporas
  33. Kulturell und ethnisch identifizierte Diasporas (z.B. Yoruba-Diasporas)
  34. Podien zum „aktuellen Wissensstand“

 

Informationen zum Rahmenprogramm

Im Rahmen der Konferenz werden Teilnehmer*innen aus dem akademischen Setting herausgeführt, hinein in die Communities vor Ort in Virginia. Die Konferenzteilnehmer*innen werden bekannte historische Stätten besuchen und an Community-Veranstaltungen teilnehmen, beispielsweise am „Day of Remembrance“ in Point Comfort, dem Ort, an dem Afrikaner*innen im Jahre 1619 erstmals anlandeten. Sie werden Fort Monroe besichtigen, den Ort der Befreiung von 100.000 Schwarzen, die während des Bürgerkriegs der Versklavung entkamen; Schauplätze der Underground Railroad sowie Maroon-Communities entlaufener Versklavter; den Nat Turner Trail und die Emancipation Oak an der Hampton University. Die Konferenz findet zeitgleich mit einem African Diaspora Food Festival satt, das vom 8.-10. November 2019 in Williamsburg veranstaltet wird. Auf dem Festival werden afrikanische, karibische, südamerikanische, afroamerikanische und First Nations Kochkünste und Kulturen präsentiert, was sich mit dem diasporischen Charakter der ASWAD-Konferenz deckt. Ihren Abschluss findet die ASWAD-Konferenz mit einem Rundgang des historischen Viertels Jackson Ward in Richmond, der Besichtigung von Ausstellungsstücken aus dem Jahre 1619 im Virginia Museum of Fine Arts und dem Virginia Museum of History and Culture, sowie einem abschließenden Empfang am Institute of Contemporary Art der Virginia Commonwealth University.

 

Hinweise zur Einreichung von Vorschlägen

Alle auf der ASWAD-Konferenz Vortragenden müssen bei ASWAD Mitglied sein. Um beizutreten oder die Mitgliedschaft zu erneuern, klicken Sie bitte hier: https://aswad.memberclicks.net/

Einreichungen von Vorschlägen für ganze Podien werden im Auswahlverfahren bevorzugt berücksichtigt. Bitte reichen Sie Podiumsvorschläge mit einem Text von maximal 200 Wörtern für thematische Podien mit höchstens vier Podiumsteilnehmer*innen und einer/m möglichen Kommentator*in ein. Vorschläge müssen Abstracts der Vorträge von höchstens 150 Wörtern und Kurzbios von maximal 50 Wörtern pro Teilnehmer*in enthalten. Alle Teilnehmenden müssen zum Zeitpunkt der Einreichung der Abstracts vollberechtigte Mitglieder bei ASWAD sein. Abgabetermin für Podiums-/Vortragsvorschläge ist der 1. Februar 2019 und Zusagen werden voraussichtlich zum 1. April 2019 versandt. Eine Teilnahmebestätigung sowie die verbindliche Anmeldung durch Zahlung der Konferenzgebühr müssen bis zum 15. Mai 2019 eingehen.

 

Mentoring Sessions

Bei der ASWAD-Konferenz 2019 werden auch spezielle Mentoring-Sessions angeboten, die registrierten Konferenzteilnehmer*innen offenstehen (Teilnahmebedingungen werden zu einem späteren Zeitpunkt noch bekanntgegeben).